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Alltägliche Beobachtungen einer Mutter |
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Seit einiger Zeit ist es in Oschatzer Kita´s einfach nicht mehr zu übersehen: Kinder, die gestern noch in ihren Familien waren bzw. von ihren Eltern zur Kita gebracht wurden, sind "plötzlich" im Kinderheim wiederzufinden. Jeder weiß, dass es leider immer mal wieder vorkommt, dass Kinder aus ihren Familien genommen werden, aber die Häufigkeit, die in Oschatz an den Tag gelegt wird, ist schockierend.
"Mütter" machen keine große Sache mehr daraus, ganz einfach zu sagen: "Mir ist das alles zuviel. So hatte ich mir das nicht vorgestellt!"
Es ist zu beobachten, dass es in erster Linie junge, alleinerziehende Mütter betrifft, die ihre Kinder in Heime oder Pflegefamilien geben. Ich sehe das ganz klar als ein gesellschaftliches Problem, hinter dem viele, viele einzelne Schicksale stehen. Leidtragende dabei sind jedoch immer die Kinder.
Ich, als zweifache Mutter, kann in manchen Aussagen und Schilderungen bestimmte Situationen dieser überforderten Mütter nachempfinden und verstehen. Dies rechtfertigt jedoch unter keinen Umständen irgendeine Form von Gewalt einem Kind gegenüber.
Aber wollen wir doch mal ehrlich sein! Welche junge, alleinerziehende Mutter kann in der heutigen Zeit, wirtschaftlich oder gesellschaftlich gesehen, voll und ganz und vor allem "nur" Mutter sein?
Ständige finanzielle Sorgen, Zukunftsängste, Angst keinen Arbeitsplatz, oder gar erst mal einen Ausbildungsplatz zu bekommen, sind nur ein Teil dessen, womit sie zu kämpfen haben. Es ist ein Kreislauf, in dem das Eine das Andere hinterher zieht.
So, und nun stelle man sich mal vor, diese junge Mutter hat zu all dem auch noch gar keine Vorstellung, was es heißt Mutter zu sein, weil es schlicht und ergreifend niemanden gab, der ihr dies vermitteln konnte.
Ja, es gibt zwar in der BRD Einrichtungen, die den "jungen werdenden Müttern" einige Dinge zeigen und sie unterstützen, aber bei diesen "jungen werdenden Mütter" handelt es sich dann meist um Extremfälle und diese sind gerade einmal 14 oder 15 Jahre alt.
Für mich steht fest, es sollte wieder eine Art von Familienkunde für jede werdende Erwachsene im Schulunterricht verankert sein, so dass man die Problematik im Kern angeht. Vielleicht wäre dann schon in so manchem Kurs klar geworden, was es für eine Verantwortung ist, ein Kind zu bekommen. Man könnte schon viel früher Probleme besprechen, ohne dass Kinder misshandelt oder gar getötet werden. Auch für werdende Frauen wäre so ein Vorbereitungskurs in der Schwangerschaft garantiert nicht schlecht.
Denn wie steht es so treffend auf unserem neuen RNF Aufklebern:
Du trägst unsere Zukunft - Schütze das neue Leben
Rike F., Regionalgruppe Meißen
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