|
»Das erste Kapitel« oder wie vom Menschwerden noch geträumt wurde |
|
|
Gunther von Hagens Körperweltenausstellung ist derzeit in Leipzig zu bewundern und in vielen Aspekten sehr interessant. In dieser Ausstellung gibt es eine Ebene, die sich "Das erste Kapitel" nennt.
Dort können, nach relativ kurzer Zeit, dem Betrachter Tränen in die Augen steigen. Sechs mit Flüssigkeit gefüllte, durchsichtige Behälter, ca. 20 cm groß, stehen der Reihe nach auf einem Tresen. Sie beinhalten sechs Embryonen von der 1. bis zur 9. Woche.
Einen Raum weiter konnte man noch weitere Feten sehen. Jedes Stadium einer Schwangerschaft, selbst eine tote Schwangere im 8. Monat, wird zur Schau gestellt. Alle Wochen waren vertreten, bis auf die 12. SSW!!!
Man steht vor diesem Tresen, und es gehen einem zahlreiche Gedanken durch den Kopf.
Da hört man jedoch Sätze wie: »Oh, Wie süß!« und »Schau mal, das sieht ja aus wie ein Gummibärchen.«
Zweifellos ist der Vorgang des Entstehens von neuem Leben faszinierend, aber ist es den Menschen um einen herum auch bewusst, was hier nirgends auf einer großen Infowand geschrieben steht?
In der BRD ist die absichtliche Beendigung einer Schwangerschaft erlaubt. Und 14% aller Schwangerschaften in der BRD werden auf diesem Wege beendet!
Bis einschließlich der 12. SSW (die wahrscheinlich aus diesem Aspekt auch nicht abgebildet worden ist), respektive 14. SSW, werden Schwangerschaftsabbrüche überwiegend durch Absaugung oder eine durch Hormongabe ausgelöste Ausstoßung des Embryos aus der Gebärmutter vorgenommen. Darüber sollte man nachdenken, insbesondere wenn man folgenden Auszug einer Infotafel liest:
»Am etwa 22. Schwangerschaftstag fängt das Herz an zu schlagen. Ab der 8./9. Schwangerschaftswoche wird für das ungeborene Kind der Begriff Fetus verwendet. Bis dahin spricht man von einem Embryo. Es bilden sich Nervenzellen im Gehirn.
12. Woche: Der Fetus hat eine menschliche Gestalt. Sichere Bestimmung des Geschlechts.«
Soll das richtig sein, ein "Leben" auf diesem relativ bequemen Weg zu beenden? Sollen die so genannten Konfliktgespräche damit getan sein, indem die Frau bzw. das Mädchen gefragt werden warum sie das Kind nicht wollen, und anschließend mit verständnisvollem Nicken aus der Beratung entlassen werden, mit dem "beruhigenden" Wissen, daß es nun nur noch eine Frage von Stunden ist, um diese Schwangerschaft zu den Akten zu legen?
Soll das unsere Zukunft bleiben?
Es gibt Länder auf der Welt, deren höchstes Gut es ist, seine Kinder zu schützen, und in denen Abtreibungen verboten sind. Wieso nehmen wir uns daran kein Beispiel?
Für den RNF steht um ein weiteres mal fest: Abtreibung ist und bleibt Mord.
Rike F. RNF Meißen
Bildquelle: © Arzt, PIXELIO
|